Spannung. Leistung. Widerstand
Magnetbanduntergrund DDR 1979-1989

Herausgegeben von
Alexander Pehlemann & Ronald Galenza
Eine Zonic-Spezialausgabe inkl. Doppel-CD
(ZickZack ZZ 2015)
Kompiliert von Bert Papenfuß, Bo Kondren, Bernd Jestram und Ronald Lippok

Preis: 29,90 € (unverbindliche Preisempfehlung)


 


 

Das Paket (Buch + DoCD) erscheint am 22.09.06 als Kooperationsprojekt zwischen Verbrecher Verlag, Zonic und ZickZack/Indigo und ist im Platten- und Buchhandel zu beziehen

 

Der alte Osten war eine Transformationsgesellschaft. Aus nichts wurde wenig, aber immer wurden alle Pläne übererfüllt. Der VEB Einzelhandel verhökerte marode Technik ans willige Völkchen. Kultur war da der Transmissionsriemen, der die Nischen weitete. Nach Punk, Anfang der Achtziger, machten sich einige Sound-Enthusiasten auf, neue Wege übers Land zu gehen. Der terminus technicus war in der DDR ein ungewisser, gezeichnet von Mangel und Begeisterung. In der DDR stagnierte Mitte der Achtziger eigentlich schon alles. Die Wirtschaft erodierte, das Volk salutierte oder marodierte. Dieser Teil der subkulturellen Szene der DDR begab sich in synergetisch-synästhetisch wechselwirkende Prozesse voller Ungewißheit. Sie hatten sich von diesem Staat längst innerlich verabschiedet. Also: Stecker rein! Mit einer großen Party wird nun – siebzehn bis siebenundzwanzig Jahre später – das Erscheinen eines Buches samt beiliegender CD begangen, das ein weitgehend unerforschtes Terrain des ostdeutschen Underground vorstellt: die unabhängige Tapekultur in der ehemaligen DDR. »Spannung. Leistung. Widerstand« präsentiert aus Hunderten alter Kassettenaufnahmen ausgewählte Stücke, deren stilistische Bandbreite vom Avant Punk über intellektuell kühle New Wave bis zu elektronischen Experimenten oder Dub reicht. In zahlreichen Texten und Interviews kommen die Akteure einer Wohnzimmer-Avantgarde zu Wort, die junge Punks, bildende Künstler und Lyriker vom Prenzlauer Berg umfasste. Die so dokumentierte Kultur ist Resultat von Wechselwirkungen. Bedingt durch die Enge im vielfach begrenzenden System der DDR. Entstanden ohne ökonomische Zweckausrichtung und Produktbewusstsein, als Kommunikationsmittel oder als kreativer Existenzbeweis. Nachgezeichnet werden untergründige Gegenströmungen von hoher Eigenwilligkeit, die auch heute noch durch verwegenen Charme und Widerborstigkeit beeindrucken, und deren Spuren in der Musik von so unterschiedlichen Protagonisten wie Tarwater, To Rococo Rot, Carsten Nicolai und seinem Elektroniklabel Raster-Noton bis hin zu Rammstein hörbar sind.

Das Buch enthält u. a. Beiträge, Gespräche, Interviews von/mit Ronald Galenza, Christoph Tannert, Peter Wawerzinek, Sascha Anderson, Thomas Roesler, Wolfram „Wollo“ Ehrhardt, Andrea Hübner / Karen Matting, Taymur Streng, Trötsch, Christian „Flake“ Lorenz, Bo Kondren, Bert Papenfuß, Robert & Ronald Lippok, Leonard Lorek, Frank Bretschneider, Mario Mentrup, Wolfgang Müller, Alfred Hilsberg.

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ZickZack/ What's So Funny About ist das ideale Label für diese Compilation, da es neben der Entdeckung und Förderung von wegweisenden Künstlern im Westen wie Einstürzende Neubauten und F.S.K. bis zu Blumfeld und Jens Friebe bereits zu DDR-Zeiten potentieller Ort von Veröffentlichungen war, was leider nicht zustande kam, und zum anderen nach der Wiedervereinung sich als einziges Indie-Label (West)Deutschlands neben Zensor mit dem musikalischen Untergrund der Ex-DDR beschäftigt hat und frühzeitig Bands wie Ornament & Verbrechen oder Sandow sowie eine Werkschau der Freunde der Italienischen Oper veröffentlichte. In diesem Zusammenhang ist zudem eine Weiterführung der Zusammenarbeit mit dem Magazin Zonic geplant zur Aufarbeitung der osteuropäischen Sub- bzw. Gegenkultur der 80er.

Zonic wurde als klassisches Do-it-yourself-Fanzine 1993 in Greifswald gegründet, wo es unter Schirmherrschaft der Pommerschen Literaturgesellschaft Pom-lit.de noch immer erscheint, und hat sich zu einem der eigenständigsten bzw. eigenwilligsten (Sub-)Kulturmagazine Deutschlands entwickelt. Dem Untertitel „Kulturelle Randstandsblicke &Involvierungsmomente“ folgend, werden hier zwischen Musik unterschiedlichster Stilistik, Literatur und Kunst sowie Sozialem oft vernachlässigte Themen in auf mediale Entschleunigung und Konzentration abhebende Art behandelt. Eines der Hauptbetrachtungsfelder sind die kulturellen Szenerien Osteuropas, die in allen Ausgaben mit ausführlichen Specials gewürdigt wurden. Das Thema DDR-Untergrund wurde im Zonic mehrfach aufgegriffen und die Kooperation mit Bert Papenfuß, der Mitglied der Redaktion ist, Ronald Galenza und Christoph Tannert, die regelmäßig Artikel liefern, sowie Ronald Lippok und Bernd Jestram von Tarwater, die zum Heft 13,5 eine exklusive Vertonung des Papenfuß-Gedichts „Muspilli Spezial“ beitrugen, ist bereits eine langjährig bewährte.

Der Verbrecher Verlag ist ein rühriger Verlag in Berlin.www.verbrecherei.de

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De:Bug 09/06:

„Alle reden von Postpunk – und denken an No New York und Gang of Four. Das ist zu kurz gedacht, Genossen. Auch in der DDR gab es eine umtriebige Postpunk-Szene von Künstlern, die genug vom schnöden punkigen Gerümpel hatten und musikalisches Experiment, DiY und Kunst kreuzten. Musiker wie ToRococoRot, Rammstein, Carsten Nicolai, Denzel und Huhn hatten dort ihren Ursprung. Anfang September wird als Kooperation zwischen dem Verbrecher Verlag, Zonic und ZickZack ein umfangreicher Interview- und Textsammelband zum Thema erscheinen., ergänzt um 2 CDs mit längst verschüttetem Material, gerne von Kassetten. „Spannung. Leistung. Widerstand – Magnetband-Kultur in der DDR 1979-1989“ schließt so die Ostlücke von „Verschwende deine Jugend“. das Buch wird mit einem großen Get-together dieser Szene am 22. September in Berlins Volksbühne gefeiert. Alte Helden werden mit neuen Ideen zu ihrem alten Material auf die Bühne kommen, zum Teil einmalig für diesen Abend, mit dabei: Herbst in Peking, Flake, Ornament & Verbrechen, Kunstkopf, Freunde der italienischen Oper, Conny Bauer, etc.“

 


 


 

 

 
   
 
 



 
 
   
 

 

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